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Ackermann zündet Atletic Barcelonas Turbo - Villalonga chancenlos beim 2:0

Es gibt Fußballabende, da reicht ein einziger Moment, um ein ganzes Stadion aufzuwecken. Am Samstagabend im Estadi Municipal von Atletic Barcelona war es die 46. Minute, als Tim Ackermann - jener flügelflinke Blondschopf mit der Körpersprache eines gelangweilten Sprinters - nach einer butterweichen Vorarbeit des 18-jährigen Martin Flores den Ball trocken ins Netz donnerte. 23.327 Zuschauer sprangen auf, als hätte jemand den Strom wieder eingeschaltet. Am Ende hieß es 2:0 (0:0), ein Ergebnis, das so sachlich klingt, wie es verdient war - aber das Spiel selbst hatte seine Momente.

Trainer Al Bundy, der mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stand, grinste nach dem Schlusspfiff: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon keine Geduld habt, dann macht wenigstens gleich nach der Pause ein Tor." Gesagt, getan. Ackermanns Treffer war die Belohnung für eine erste Halbzeit, die eher nach Schachspiel denn nach Fußball aussah - Ballbesitz 51 zu 49 Prozent, also quasi Gleichstand, aber 15:7 Torschüsse zugunsten Barcelonas.

Villalonga, das Team aus der Kleinstadt mit dem großen Ehrgeiz, hatte früh gewittert, dass hier mehr als ein Punkt schwer zu holen sein würde. Schon nach drei Minuten zischte ein Schuss von Pedro Linares knapp vorbei, doch das war’s dann auch fast mit der Offensivfreude der Gäste. Danach zog Atletic das Spiel auf, meist über die rechte Seite, wo Ackermann und der erfahrene Diego Mascarenhas wie zwei alte Bekannte auf dem Jahrmarkt kombinierten - elegant, aber mit leichtem Hang zur Übertreibung.

"Wir wollten Geduld zeigen", erklärte Villalongas Kapitän Asier Rivilla, der in der 51. Minute Gelb sah, nachdem er Flores am Trikot festgehalten hatte, "aber irgendwann siehst du den Ball so selten, dass du dich fragst, ob er überhaupt noch da ist."

Nach Ackermanns 1:0 versuchte Villalonga, den Schalter umzulegen - erfolglos. Mateo Djalo prüfte Barcelonas Keeper Franck Masse in der 68. Minute mit einem halbherzigen Versuch, der eher nach Rückpass aussah. "Ich glaube, Franck hat sich dafür bedankt", witzelte Bundy später.

Währenddessen ackerte der junge Flores unermüdlich durchs Mittelfeld. Der Teenager, der aussieht, als würde er gleich nach dem Spiel zur Mathe-Nachhilfe müssen, war an fast allen gefährlichen Szenen beteiligt. Seine Vorlage zum 1:0: ein Pass, so präzise, dass Ackermann sich nur noch bedanken musste. Und als dieser in der 79. Minute wieder auftauchte, diesmal als Vorlagengeber, war das Spiel entschieden.

Pinchas Hasson, der linke Flügelmann mit der Ruhe eines Zen-Mönchs, nahm Ackermanns Zuspiel und schob den Ball mit der Innenseite ins lange Eck - 2:0. Keine zwei Minuten später lag Villalongas Stürmer Vicente Zapatero verletzt am Boden und musste raus. Für ihn kam Benjamin Greaves, 34 Jahre alt, aber man sah sofort, dass die Zeit für Wunder vorbei war.

"Wir waren im Prinzip nicht schlecht", versuchte Villalonga-Coach nach dem Spiel zu erklären, "aber Barcelona war einfach… wie sagt man… wacher." Ein Journalist fragte, ob der frühe Gegentreffer nach der Pause den Plan zerstört habe. "Welcher Plan?", antwortete der Trainer trocken. Lachen im Presseraum.

Statistisch war’s eine klare Sache: 15 Torschüsse für Atletic, nur 7 für Villalonga, Ballbesitz nahezu pari, aber mehr Präzision, mehr Tempo, mehr Lust am Risiko bei den Gastgebern. Selbst die Gelben Karten - eine für Gaudin, eine für Mascarenhas - wirkten eher wie kleine Erinnerungszettel der Schiedsrichter, dass es sich hier um ein Fußballspiel handelt und nicht um ein Trainingsspiel.

Ackermann, gefeierter Mann des Abends, blieb nach dem Spiel bescheiden: "Ich hab einfach getroffen, weil Martin mich gesehen hat. Das war kein Zufall, das war Absicht." Dann grinste er, zog den Trainingsanzug über und sagte: "Zwei Tore, null Gegentore - das kann man so stehen lassen."

Und tatsächlich: Es war kein Feuerwerk, aber ein souveräner, kontrollierter Sieg, der Atletic im Aufstiegskampf der 2. Liga Spanien weiter Rückenwind gibt. Villalonga dagegen bleibt das Team, das brav mitspielt, aber selten zubeißt - wie ein Hund, der nur bellt, wenn keiner hinhört.

In der Mixed Zone hatte Trainer Bundy zum Schluss noch einen letzten Spruch parat: "Schön, dass wir das Toreschießen nicht vergessen haben. Ich hatte schon überlegt, ob ich im Training das Tor größer machen lasse."

Ein Abend also, der zeigte: Manchmal reicht ein bisschen Geduld - und ein Ackermann, der weiß, wo das Tor steht.

25.04.643990 07:00
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Klaus Allofs
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