Sportske Novosti
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Acht Tore, keine Gnade: Osijek zerlegt Imotski Termin in seine Einzelteile

Ein kalter Januarabend, 26.637 Zuschauer, Flutlicht an - und dann dieses Massaker. Hajduk Osijek hat am 18. Spieltag der 1. Liga Kroatien den armen Imotski Termin mit einem 8:0 vom Platz gefegt. Wer zu spät kam, hatte schon den ersten Einschlag verpasst. Joseph Dewey, ein Linksverteidiger mit Offensivdrang und vermutlich Raketen im linken Fuß, eröffnete in der 7. Minute das Schützenfest. Es war der Auftakt zu einem Spiel, das eher an ein Trainingsspiel erinnerte - mit dem Unterschied, dass Imotski wohl nicht wusste, dass es ernst war.

"Ich habe den Jungs vor dem Anpfiff gesagt: Lasst uns Spaß haben", grinste Osijek-Trainer Tommek Dee nach dem Abpfiff. "Ich wusste nur nicht, dass sie das so wörtlich nehmen würden." Spaß hatten sie tatsächlich, und zwar auf Kosten eines Gegners, der tapfer, aber hilflos durchs Spiel stolperte.

Bereits in der 13. Minute legte Nikola Ipsa nach, nachdem Marino Vrucina die Abwehr mit einer butterweichen Vorlage ausgehebelt hatte. Drei Minuten später drehte Vrucina selbst jubelnd ab - 3:0. Imotskis Torhüter Alen Bilic schaute dabei so ratlos drein, als hätte ihm jemand die Spielregeln spontan geändert. Als Ipsa in der 27. Minute erneut traf, diesmal nach Zuspiel von Srdan Maric, war die Partie praktisch entschieden. 4:0 zur Pause - und ein Stadion, das sich eher in ein Volksfest verwandelt hatte.

Imotski dagegen erlebte einen Abend zum Vergessen. Nach nur 20 Minuten musste Riccardo Rossi verletzt raus, ersetzt von dem jungen Manuel Lakic, der - man kann es so sagen - ins offene Messer lief. "Wir wollten kompakt stehen", murmelte ein sichtlich bedienter Assistent des Gästetrainers nach dem Spiel, "aber offenbar war die Kompaktheit in der Kabine geblieben."

Nach dem Seitenwechsel zeigte Osijek keine Spur von Mitleid. In der 52. Minute durfte Vrucina wieder ran, diesmal bedient von Mittelstürmer Rafael Otto. 5:0, und das Publikum zählte bereits lautstark mit. Die Gäste versuchten, irgendetwas wie Struktur zu wahren, kamen aber nur zu drei Torschüssen - einer davon so harmlos, dass der Ball vermutlich noch rollt, irgendwo in Richtung Donau.

Dann kam die doppelte Ipsa-Show in der 71. und 72. Minute: erst das 6:0 nach Vorlage von Sladan Bazina, dann das 7:0, wieder mit Maric als Assistenten. Ipsa, sonst als ruhiger Mittelfeldregisseur bekannt, spielte plötzlich wie ein Mittelstürmer auf Koffein. "Ich wusste gar nicht, dass ich so oft treffen kann", lachte er später. "Vielleicht sollte ich künftig vorne spielen. Aber das sage ich dem Trainer lieber nicht."

Das letzte Kapitel dieses Abends schrieb dann Sladan Bazina in der 87. Minute - natürlich nach Vorlage von Dario Mikulic, der schon zuvor als Dauerlieferant für gefährliche Flanken geglänzt hatte. 8:0. Die Zuschauer standen, jubelten, lachten, und man hatte das Gefühl: Wäre das Spiel zehn Minuten länger gegangen, es hätte auch zweistellig enden können.

Rein statistisch war der Unterschied nicht einmal so eklatant, wie das Ergebnis vermuten lässt: 51 Prozent Ballbesitz für Osijek, 49 für Imotski. Aber 21:3 Torschüsse - das erzählt die wahre Geschichte. Osijek spielte offensiv, aggressiv, mit langen Bällen und vollem Risiko. Imotski dagegen blieb "balanciert", wie es in den taktischen Unterlagen heißt - was in diesem Fall wohl bedeutete: man balancierte auf der Kante des Untergangs.

Nach dem Schlusspfiff winkten die Osijek-Spieler lässig in die Kurve, als hätten sie gerade ein lockeres 2:0 eingefahren. Trainer Dee nahm es mit Humor: "Ich bin zufrieden. Vor allem, dass wir hinten zu null gespielt haben. Das war heute wirklich schwer", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Und Imotski? Ihr Trainer - namentlich nicht überliefert, vielleicht aus Selbstschutz - verschwand wortlos im Kabinengang. Nur Miroslav Bjelanovic, der tapfere Rechtsaußen, murmelte später: "Wir haben alles gegeben. Leider war das offenbar nicht viel."

So bleibt von diesem Abend vor allem das Gefühl, Zeuge eines seltenen Spektakels geworden zu sein. Ein Spiel, das in Osijek noch lange Thema sein wird - und in Imotski vermutlich nie wieder erwähnt werden darf.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne lachend sagte: "Das war kein Spiel. Das war Kunst - grausame, aber wunderschöne Kunst."

15.08.643987 14:54
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