El Peruano
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Academia Lima zieht mit 2:1 bei AD Cristal ins Pokalfinale ein

Pokal | Halbfinale | 09.09.26 | AD Cristal - Academia Lima 1:2

43.500 Zuschauer waren gekommen, um im Pokal-Halbfinale von AD Cristal einen Fußballabend für die Vereinschronik zu erleben. Stattdessen gab es für die Gastgeber eine Lektion in Effizienz - und für Academia Lima die Eintrittskarte ins Finale. Lima gewann am Mittwochabend mit 2:1 (0:0), obwohl AD Cristal lange tapfer dagegenhielt und nach dem Anschlusstreffer sogar noch einmal an die große Wende glaubte.

Die erste Halbzeit war ein Spiel für Menschen mit Geduld und starken Nerven. Academia Lima hatte mehr Ballbesitz, deutlich mehr Zug zum Tor und offenbar auch den festen Vorsatz, den Abend nicht unnötig gemütlich zu gestalten. 59 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Gäste zu Buche, AD Cristal kam auf 41 Prozent. Bei den Torschüssen lautete das Verhältnis 15:9 für Lima. Fußball ist allerdings bekanntlich keine Mathematikstunde - sonst hätte Cristal vermutlich schon zur Pause 0:3 zurückgelegen.

Lima begann druckvoll. Mike Beyer prüfte die Gastgeber bereits in der ersten Minute, später folgten weitere Abschlüsse von Pieter Tilleman, Luís Makukula und Javier Santos. Tilleman musste nach einer Verletzung in der 16. Minute ausgewechselt werden; Santos kam für ihn ins Spiel und übernahm prompt Verantwortung. Auf der anderen Seite mühte sich Dimas Chalana mehrfach um den ersten Treffer, blieb aber ebenso glücklos wie William Van Wiele und Thibaut Van Poucke. "Wir hatten in der ersten Hälfte genug Möglichkeiten, um wenigstens ein bisschen Ärger zu machen", soll AD-Cristal-Trainer Andre Niesenhaus später mit einem gequälten Lächeln gesagt haben.

Nach dem Seitenwechsel wurde aus dem zähen Halbfinale plötzlich ein echtes Pokalspiel. In der 53. Minute schlug Academia Lima zu: Mike Beyer vollendete eine Szene, die von Istvan Bodola vorbereitet worden war. Beyer, der zuvor bereits mehrfach auf das Tor geschossen hatte, musste diesmal nicht lange diskutieren. Der Ball war drin, die Gäste führten 1:0 - und auf der Tribüne begann die große Suche nach demjenigen, der zuletzt noch behauptet hatte, in diesem Spiel falle "bestimmt kein Tor vor der 70. Minute".

Bodola legte in der 69. Minute nach. Der Mittelfeldspieler, der schon beim ersten Treffer beteiligt gewesen war, traf selbst und verschaffte Lima eine scheinbar komfortable Führung. Matteo Pedivigliano hatte den Treffer vorbereitet. "Ich dachte kurz, ich hätte heute nur Vorlagen im Angebot", wurde Bodola nach dem Spiel zitiert. "Dann habe ich mir gesagt: Man darf im Halbfinale auch einmal selbst abkassieren."

AD Cristal reagierte sofort. In der 74. Minute verkürzte Thibaut Van Poucke auf 1:2, vorbereitet von Mark Pohl. Plötzlich war das Stadion wieder laut, Niesenhaus stellte auf mehr Risiko um, und Cristal warf in der Schlussphase alles nach vorn. Die Taktikdaten erzählten dazu die passende Geschichte: Beide Mannschaften erhöhten in den letzten Minuten Einsatz und Pressing auf die höchste Stufe. Lima wechselte in der 91. Minute sogar noch Torhüter Eric Brun aus und brachte den 17-jährigen Enrique Barros - eine Maßnahme zwischen taktischem Schachzug und maximalem Nervenkitzel.

Doch der Ausgleich blieb aus. Noach Brinkerhoff und Van Poucke suchten noch einmal den Abschluss, Lima verteidigte mit wachsender Hingabe und gelegentlicher Panik. "Am Ende war das kein Fußball mehr, sondern gemeinsames Warten auf den Schlusspfiff", sagte Limas Trainer Olli Kahn angeblich. "Aber im Pokal fragt danach niemand."

Academia Lima steht damit im Finale. AD Cristal bleibt die Erkenntnis, dass neun Torschüsse manchmal reichen - sofern der Gegner nicht 15 abgibt und dabei die besseren erwischt.

09.09.2026 19:07
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Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.
Olaf Thon
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