Diarios de Futbol
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Academia Lima zerlegt UD Liverpool: Ein 6:1, das noch lange nachhallt

Es war einer dieser Abende in der Copa Libertadores, an denen man sich fragt, ob der Gegner wirklich ein professionelles Team war oder versehentlich die Touristenmannschaft von der Strandpromenade auflief. Academia Lima fertigte UD Liverpool mit 6:1 ab - und das mit einer solchen Leichtigkeit, dass Trainer Olli Kahn nach Abpfiff nur trocken meinte: "Ich hab selten so wenig zum Schreien gehabt."

Schon die ersten Minuten deuteten an, dass sich hier ein einseitiges Schauspiel entwickeln würde. Zwar begann Liverpool mit einem beherzten Versuch von Taylor McShane in der 7. Minute - aber das war’s dann auch fast mit der Offensive der Gäste. Danach spielte nur noch Lima. In der 13. Minute eröffnete Pieter Tilleman den Torreigen nach einem feinen Zuspiel von Ivan Anicic. Der Belgier grinste danach: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn der Ball so brav reingeht, beschwere ich mich natürlich nicht."

Nur neun Minuten später legte Jukka Hietanen nach - der flinke Finne verwertete einen Pass des 20-jährigen Amaury Barros und ließ Liverpools Keeper Gojko Babovic keine Chance. Dass die Gäste zu diesem Zeitpunkt bereits eine Gelbe Karte (Zeeman Putnam, 18.) kassiert hatten, passte ins Bild: viel Hektik, wenig Struktur.

Doch dann, wie aus dem Nichts, der Ehrentreffer: In der 37. Minute traf Samuel Roades für UD Liverpool nach Vorarbeit von Innenverteidiger Ingo Lupus. Kurz flackerte Hoffnung auf - sehr kurz. Denn gleich vier Minuten später stellte Barros mit dem 3:1 den alten Abstand wieder her. "Wir haben kurz gedacht, wir wären zurück im Spiel", seufzte Liverpools Coach Savo Partizan, "aber dann hat Lima einfach wieder Fußball gespielt."

Zur Pause war das Spiel praktisch entschieden. 3:1, 12:3 Torschüsse für Lima, 52 Prozent Ballbesitz - und ein Publikum von 59.000 im Estadio Nacional, das sich bereits auf eine Gala einstellte. In der zweiten Hälfte ließ die Academia dann endgültig die Muskeln spielen.

Coach Kahn brachte in der 60. Minute den jungen Ruben Benitez für Barros - ein Wechsel, der sich als Glücksgriff herausstellte. Nur 13 Minuten später erzielte Benitez das 4:1, und wie: Nach Doppelpass mit Hietanen traf er trocken ins linke Eck. "Ich wollte zeigen, dass ich mehr bin als ein Joker", grinste Benitez später. Kaum hatte sich Liverpool davon erholt, drehten die beiden die Rollen um - Hietanen traf zum 5:1 (76.), diesmal vorbereitet von Benitez.

Die Gäste wechselten in dieser Phase verzweifelt: Mason Kendall kam für den glücklosen Koroman, und sogar der junge Torhüter Joseba Tonel durfte in der 73. Minute ran - wohl eher als symbolischer Neuanfang denn als taktische Maßnahme. Doch auch er konnte den letzten Treffer des Abends nicht verhindern: In der 80. Minute setzte David Galindo nach Flanke von Linksverteidiger Tiburtius Edvaldsson den Schlusspunkt zum 6:1. Ein Tor, das so unbeschwert fiel, dass man fast Mitleid mit den Uruguayern hatte.

Statistisch war es ein Klassenunterschied: 23 Torschüsse für Lima, nur 5 für Liverpool. Ballbesitz fast ausgeglichen, aber das täuscht - die Gäste wussten mit dem Ball schlicht nichts anzufangen. Ihre Angriffe wirkten, als hätten sie vorher einen schriftlichen Antrag bei der Defensive Limas einreichen müssen. "Wir haben offensiv gespielt, zumindest laut Taktiktafel", murmelte Trainer Partizan sarkastisch. "In der Realität war das wohl eher Kunstturnen ohne Gerät."

Olli Kahn hingegen blieb gewohnt stoisch. "Wir haben das durchgezogen, was wir uns vorgenommen hatten: Druck, Präzision, keine dummen Fehler. Nur schade, dass ich keine Parade zeigen konnte", witzelte der Coach, der seine Mannschaft nach dem sechsten Treffer sogar zum Zurückschalten aufforderte.

Am Ende feierte das Publikum die Spieler mit stehenden Ovationen, während die Gäste in die Kabine schlichen, als wollten sie unbemerkt den Bus verpassen. Der junge Barros wurde zum "Man of the Match" gewählt - nicht nur wegen seines Tores und der Vorlage, sondern wegen seiner Energie im Mittelfeld. "Ich hab einfach Spaß gehabt", sagte er mit einem Lächeln, das so breit war wie das Ergebnis.

Ein 6:1, das in die Vereinsgeschichte von Academia Lima eingehen wird - und vielleicht auch in die Albträume von UD Liverpool. Man darf gespannt sein, ob Savo Partizan seine Jungs im nächsten Spiel wieder aufrichtet. Oder ob sie sich lieber im Schatten verstecken, bis der Sturm vorüber ist.

Kleines Fazit am Rande: Wenn es in der Copa Libertadores einen Schönheitspreis gäbe, hätte Academia Lima ihn an diesem Abend sicher gewonnen. Und UD Liverpool? Nun ja - vielleicht den Preis für das tapferste Durchhaltevermögen.

07.11.643990 21:59
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