El Peruano
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Academia Lima überrollt Leon Chalaco - Kahn-Elf tanzt sich zum 4:0

Ein lauer Abend in Lima, 42.867 Zuschauer, und schon nach wenigen Minuten war klar: Hier würde es heute keine zähe Nullnummer geben. Academia Lima, angetrieben von Trainer Olli Kahn, spielte gegen Leon Chalaco so, als hätte man die letzten drei Trainingseinheiten ausschließlich mit Offensiv-Feuerwerk verbracht. Am Ende stand ein glasklares 4:0 - und der Eindruck, dass es auch 7:0 hätte heißen können, wenn die Latte etwas kooperativer gewesen wäre.

Schon nach 14 Minuten rappelte es zum ersten Mal: David Galindo, der Mittelstürmer mit der Körpersprache eines Mannes, der sein Frühstückstor braucht, traf nach energischem Antritt trocken ins Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste er später, "aber anscheinend wollte er noch kurz Hallo sagen." Damit war der Bann gebrochen - und Leon Chalaco wusste vermutlich selbst nicht genau, wie ihnen geschah.

Denn was folgte, war eine Demonstration in Kurzpassspiel und geduldiger Zerstörung gegnerischer Nerven. Die Gäste, taktisch wie ein Uhrwerk auf "balanciert" eingestellt, wirkten eher wie auf Standgas. Ganze ein mickriger Torschuss in 90 Minuten - das ist selbst für Minimalisten zu wenig. Akademisch korrekt, aber leider torlos.

In der 30. Minute dann das 2:0: Pieter Tilleman, der belgische Flügelstürmer mit dem Dauerlächeln, vollendete nach feinem Zuspiel von Luís Makukula. "Ich musste nur den Fuß hinhalten", meinte Tilleman danach, "und selbst das war beinahe zu viel Aufwand." In der Tat: Chalacos Abwehr stand in diesem Moment so offen, dass man beinahe das Gefühl hatte, jemand habe vergessen, die Tür zu schließen.

Mit diesem 2:0 ging es in die Pause. In der Kabine soll Olli Kahn, so berichten Insider, lediglich gesagt haben: "Weiter so - aber bitte diesmal mit vier Toren." Seine Mannschaft nahm ihn beim Wort.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, erhöhte der junge Jordi Roy in der 48. Minute auf 3:0. Vorausgegangen war ein Pass des Innenverteidigers Nestor Delgado - ja, richtig gelesen, ein Innenverteidiger! Delgado hatte offenbar genug vom Zuschauen und spielte einen butterweichen Ball in den Lauf des 20-Jährigen. "Ich hab einfach gedacht, warum nicht?", erklärte Delgado später und zuckte mit den Schultern.

Leon Chalaco versuchte danach, irgendwie wieder Struktur zu finden. Doch als sich in der 50. Minute Linksverteidiger Ingo Prieto verletzte und ausgewechselt werden musste, war endgültig die Luft raus. Sein Ersatz Domingo Capone bekam prompt den Spitznamen "Sonntagsschütze" - leider ironisch, denn auch er sah keinen Ball.

Academia Lima spielte den Rest der Partie mit einer Selbstverständlichkeit, als sei das hier eine Trainingseinheit. 26 Torschüsse standen am Ende zu Buche - der Gegner brachte es auf einen einzigen, und der kam in der 13. Minute von Marcio Antonio, halbwegs gefährlich, aber letztlich harmlos wie ein nasser Papiertiger.

In der Nachspielzeit krönte Jukka Hietanen den Abend mit dem 4:0. Nach feinem Pass von Ivan Anicic zog der Finne trocken ab. Das Stadion tobte, Kahn ballte die Fäuste, und selbst der Schiedsrichter sah kurz so aus, als wollte er mitjubeln. "Das war heute unsere beste Leistung seit Monaten", sagte Hietanen später. "Und ehrlich gesagt: Es macht Spaß, wenn man Fußball spielt und der Ball tatsächlich dahin geht, wo man ihn haben will."

Zwei Gelbe Karten für die Hausherren - Tilleman (67.) wegen übermotivierten Jubels und Eusebio (96.) für ein taktisches Foul - trübten die Bilanz kaum. Im Gegenteil: Sie passten irgendwie zu einer Mannschaft, die selbst in der Nachspielzeit noch "voller Einsatz" auf den Statistikbogen schrieb.

Olli Kahn wirkte nach dem Schlusspfiff ungewöhnlich gelöst. "Wir haben offensiv gespielt, ruhig am Ball, und die Jungs haben umgesetzt, was wir trainiert haben: kurze Pässe, kluge Entscheidungen, keine Harakiri-Aktionen. Naja, fast keine", fügte er mit einem Blick auf Tilleman hinzu, der in der 77. Minute fast den Ball samt Torhüter ins Netz befördert hätte.

Leon Chalaco dagegen verließ den Platz mit hängenden Köpfen. Ihr Trainer - der sich hinterher nicht zitieren lassen wollte - schien wohl froh, dass es keine Nachspielzeit von 20 Minuten gab.

Man darf gespannt sein, ob Academia Lima diesen Schwung in die kommenden Spiele mitnimmt. Wenn sie weiter so aufspielen, könnte die Frage bald nicht mehr lauten, ob sie Meister werden - sondern nur noch, wann.

Und irgendwo auf der Pressetribüne hörte man einen alten Reporter leise murmeln: "Wenn das Kahns Vorstellung von Standard-Einsatz ist, möchte ich nicht wissen, wie ’stark’ aussieht."

04.12.643993 15:53
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