Diarios de Futbol
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Academia Lima schickt Flamengo nach Hause - mit Stil und jungen Wilden

Es war ein Abend, an dem 54.749 Zuschauer in Lima nicht nur Fußball, sondern eine kleine Heldengeschichte erlebten. Academia Lima bezwang den favorisierten CF Flamengo mit 2:0 (0:0) im Rückspiel der zweiten Runde der Copa-Libertadores-Qualifikation - und tat das mit der Sorte Unbekümmertheit, die selbst erfahrene Trainer wie Olli Kahn zum Schmunzeln bringt.

"Wir haben jung gespielt, frech gespielt - und manchmal auch einfach draufgehalten", meinte Kahn nach dem Spiel mit diesem typischen, leicht ironischen Lächeln, das früher schon so manchen Stürmer nervös machte. "Aber genau das war der Plan. Flamengo wollte kontrollieren, wir wollten Chaos."

Tatsächlich gehörte der Ball über weite Strecken den Brasilianern - 58 Prozent Ballbesitz klingen nach Dominanz, doch sie blieben in der Statistik stecken. 14 Torschüsse der Peruaner standen am Ende nur 8 der Gäste gegenüber. Und während bei Flamengo der Ballbesitz zu einer Art Selbstzweck verkam, zündete Academia Lima nach der Pause ein Feuerwerk jugendlicher Angriffslust.

Die erste Halbzeit war ein Abtasten mit gelegentlichen Stichen. Flamengos rechter Flügel Eric Jonsson probierte es gleich zwei Mal früh (6. und 8. Minute), fand aber in Luis Enriquez seinen Meister zwischen den Pfosten. In der 11. Minute sah derselbe Jonsson dann Gelb - ein Zeichen dafür, dass Leidenschaft nicht immer mit Präzision einhergeht.

Kahn, an der Seitenlinie so ruhig wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch, rief seinen Jungs in der 30. Minute zu: "Wenn ihr schon laufen müsst, dann wenigstens in die richtige Richtung!" - eine Ansage, die offenbar Wirkung zeigte. Denn nach der Pause kam Lima mit verändertem Gesicht zurück: zwei frische Kräfte im Mittelfeld und mit ihnen deutlich mehr Mut.

In der 59. Minute fiel dann die überfällige Belohnung. Santiago Andrade, der rechte Verteidiger mit Offensivdrang, schickte Javier Santos auf die Reise. Der 22-Jährige tanzte Flamengos Abwehr an der Strafraumkante aus und schob lässig zum 1:0 ein. "Ich hab einfach gedacht, was würde Olli tun? - also hab ich geschossen", grinste Santos später.

Weniger zu lachen hatte Curt Binder, der Torwart der Gäste. Nur Sekunden nach dem Gegentreffer musste er verletzt ausgewechselt werden - ausgerechnet während Flamengo versuchte, den Schock zu verdauen. Ersatzkeeper Vitorino Chalana (eigentlich ein Mittelfeldspieler, aber Not kennt keine Positionsgrenzen) übernahm den Job zwischen den Pfosten, und man merkte: Das ist nicht sein Lieblingsplatz.

Flamengos Trainer Dino Ma warf in der Schlussphase alles nach vorne. "Wir wollten das Spiel drehen, aber irgendwie wollte der Ball nicht mitspielen", seufzte er später. Seine Mannschaft blieb zwar optisch überlegen, doch die klareren Chancen hatte Academia Lima. Die Youngsters Jordi Roy und Iban Quixano sorgten mit schnellen Gegenstößen für Herzrasen auf den Tribünen - und für zitternde Knie in der Flamengo-Abwehr.

In der 88. Minute dann die Entscheidung: Quixano legte elegant quer, Roy zog trocken ab - 2:0. Das Stadion explodierte. Der 19-jährige Torschütze riss die Arme hoch, rannte zur Eckfahne und wurde prompt von einer Jubeltraube verschluckt. "Ich weiß gar nicht, wie ich getroffen habe. Ich hab nur gesehen, dass der Ball drin war und plötzlich lag ich unter fünf Leuten", lachte Roy nach dem Spiel.

Olli Kahn fasste das Geschehen später charmant zusammen: "Wir hatten 42 Prozent Ballbesitz, aber 100 Prozent Wille. Das reicht mir."

Statistisch gesehen war Flamengo das aktivere Team, spielerisch das gefälligere - aber Tore schießen bleibt eben die einfachste Form, ein Fußballspiel zu gewinnen. Lima nutzte seine Chancen effizient, verteidigte mit Herz und entlarvte Flamengos Offensivdrang als brotlose Kunst.

Während die brasilianischen Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine trotteten, feierten die Fans von Academia Lima ihre Helden mit Sprechchören, die noch weit über die Avenida del Ejército hallten. Ein älterer Fan auf der Tribüne fasste das Gefühl des Abends wohl am besten zusammen: "Wir haben vielleicht nicht die Millionen, aber wir haben Mut. Und Mut schießt Tore."

Am Ende blieb der Eindruck eines Spiels, das weniger durch taktische Finesse als durch Leidenschaft entschieden wurde. Und vielleicht, ganz vielleicht, hat Olli Kahn in der Kabine leise "Weiter, immer weiter" gemurmelt - diesmal aber mit einem breiten Lächeln.

26.07.643990 12:27
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Lorant ist von seinem Niveau her bei einem Verein, der sein Niveau hat.
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