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Dabei sah es lange nach einem zähen Geduldsspiel aus. Como hatte etwas mehr Ballbesitz, 52,7 Prozent, während AC Rom mit 47,3 Prozent auskommen musste. Doch Ballbesitz ist bekanntlich eine höfliche Formulierung für: Man hatte den Ball, wusste aber nicht immer, wohin damit. AC Rom wusste es deutlich besser. In der 22. Minute eröffnete Francois Bayer den Torreigen. Yannik Gorgon bereitete vor, Bayer vollendete - 1:0. Es war der Lohn für einen offensiven Beginn der Gastgeber, die mit großem Einsatz und spürbarer Aggressivität auftraten. Como versuchte, Ruhe ins Spiel zu bringen, fand aber nur selten Räume. Fabio Oliveira prüfte die Abwehr zwar in der 31. Minute, gefährlicher wurde es zunächst jedoch nicht. Kurz vor der Pause hätte AC Rom bereits nachlegen können. Kian Hayman tauchte mehrfach aussichtsreich vor dem Tor auf, Ralph Ott schaltete sich aus dem Mittelfeld ein. Der zweite Treffer fiel dann unmittelbar nach dem Seitenwechsel: In der 47. Minute traf Hayman, Cristian Marittimo lieferte die Vorarbeit. 2:0 - und im Stadion begann jene Phase, in der Zuschauer gewöhnlich gleichzeitig jubeln und hektisch nachsehen, ob sie den Fotoapparat eingeschaltet haben. Como gab sich nicht geschlagen. Oliveira, der bereits zuvor auffällig gewesen war, verkürzte in der 68. Minute auf 1:2. Luca Di Carlo bereitete den Treffer vor, und plötzlich schien die Partie wieder offen. Für einen kurzen Moment bekam das Spiel jene Spannung, die man nicht bestellt, aber gern mitnimmt. AC Rom hatte allerdings die passende Antwort parat. In der 81. Minute stellte Enrico Paola den alten Abstand wieder her, Isidoro Martins hatte ihn eingesetzt. Fünf Minuten später revanchierte sich Martins auf besondere Weise: Nach Vorlage von Ralph Ott traf der Mittelfeldspieler selbst zum 4:1. Como war damit endgültig bedient, AC Rom dagegen durfte sich über einen Abend freuen, an dem beinahe jeder Angriff nach Plan aussah. Im Gegensatz zu vielen anderen Fußballabenden, an denen der Plan schon beim ersten Einwurf Urlaub beantragt. Die Zahlen unterstreichen die Überlegenheit: AC Rom kam auf 17 Torschüsse, Como auf fünf. Auch in den Zweikämpfen lagen die Gastgeber mit 55,2 Prozent vorn. Peter Hess’ Mannschaft blieb ihrer offensiven Ausrichtung über die gesamte Partie treu, suchte kontrollierte Abschlüsse und setzte auf ausgewogenes Passspiel. Como agierte insgesamt vorsichtiger und verzichtete weitgehend auf aktives Pressing. Nach dem Schlusspfiff hätte Hess, passend zum Spielverlauf, sagen können: "Wir wollten geduldig bleiben und trotzdem nach vorn spielen." Und Hayman hätte in der imaginären Mixed Zone vermutlich ergänzt: "Nach dem 2:1 wurde es kurz unangenehm, aber wir haben nicht angefangen, nervös die Uhr anzusehen." Beides sind sinngemäße, szenisch rekonstruierte Aussagen - keine überlieferten Originalzitate. Der Eindruck des Abends aber ist verbürgt: AC Rom war offensiv wacher, zielstrebiger und am Ende schlicht zu stark. So bleibt Como nur die Erkenntnis, dass etwas mehr Ballbesitz nicht automatisch mehr Fußball bedeutet. AC Rom nimmt dagegen drei Punkte und reichlich Schwung mit. In dieser Form dürfte Peter Hess wenig Anlass haben, sich über mangelnde Unterhaltung zu beklagen. 14.09.2026 23:28 |
Sprücheklopfer
Ich werde einen Teufel tun und Ewald widersprechen. Der Ewald hat sich ja alles ganz genau notiert.
Felix Magath über eine Spielanalyse von Ewald Lienen