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Superligaen | 34. Spieltag | 14.09.26 | Aarhus Fremad - Varde IF 1:0 "Ich dachte kurz, der Ball wolle heute einfach nicht ins Tor", sagte Beaupre nach dem Abpfiff angeblich mit einem Lächeln. "Dann habe ich ihn überzeugt." Eine bemerkenswert diplomatische Beschreibung eines Abends, an dem Aarhus Fremad den Ball deutlich häufiger in Richtung Tor beförderte als Varde - und dennoch bis kurz vor Schluss auf den entscheidenden Moment warten musste. Dabei begann die Partie keineswegs ereignisarm. Bereits in der sechsten Minute prüfte Rauf Saglam den Varde-Schlussmann. Drei Minuten später antwortete Vincent Brandt für die Gäste. Pedro Antonio legte in der 19. Minute nach, doch insgesamt blieb Varde offensiv auffällig sparsam: vier Torschüsse standen am Ende zu Buche. Aarhus kam auf 16 - eine Bilanz, die normalerweise für mehr als ein einziges Tor geeignet ist, aber Fußball ist bekanntlich kein Fachgebiet für normale Rechnungen. Saglam blieb der auffälligste Schütze der Gastgeber. In der 29., 34. und 39. Minute versuchte es der linke Mittelfeldspieler erneut. Dazwischen schossen Fabio Meireles, Ryan Gage und Eduardo Cabrera auf das Tor der Gäste. Besonders kurz vor der Pause erhöhte Aarhus den Druck, ohne den Ball über die Linie zu bringen. Zur Halbzeit stand es 0:0, und auf den Rängen dürfte mancher Zuschauer bereits ernsthaft über eine Karriere als Wetterbeobachter nachgedacht haben. Trainer Sascha Leon hatte seine Mannschaft zunächst ausgewogen aufgestellt, nach der Pause aber sichtbar offensiver ausgerichtet. Aarhus griff verstärkt über die Flügel an, presste aktiver und erhöhte den Einsatz. In der 45. Minute kam Oscar Broderick für Gage, später ersetzte Andre Chamberlain Lewis Graves. Die Botschaft war klar: Abwarten war vorbei. "Wir wollten nicht 90 Minuten höflich anklopfen", erklärte Leon angeblich. "Irgendwann muss man auch reingehen." Varde blieb seiner defensiven Linie treu und hielt beim Ballbesitz sogar leicht dagegen. 50,5 Prozent entfielen auf die Gäste, 49,5 auf Aarhus. Ein statistischer Gleichstand also, der allerdings nicht darüber hinwegtäuschen konnte, wer den Abend bestimmte. Varde verteidigte diszipliniert, kam aber nur selten gefährlich nach vorn. In der 72. Minute musste Florian Sonnenschein verletzt vom Feld; Mark Herrmann übernahm. Kurz darauf wurde auch im Tor gewechselt: Sigurd Bruun kam für Arsenis Grammozis. Dann die 83. Minute. Aarhus arbeitete sich erneut nach vorn, Eduardo Cabrera war beteiligt, und Christian Beaupre vollendete zum 1:0. Ausgerechnet Beaupre, der kurz zuvor für Saglam eingewechselt worden war. Der Mittelstürmer hatte schon in derselben Minute einen Torschuss abgegeben - beim zweiten Versuch saß der Ball. Varde musste nun öffnen, doch mehr als ein später Versuch von Harrison Cabell in der 87. Minute sprang nicht heraus. Cristian Romero sah in der 78. Minute noch die Gelbe Karte, ansonsten blieb Aarhus’ Schlussphase kontrolliert. Beaupre hätte in der Nachspielzeit sogar nachlegen können, doch es blieb beim knappen Erfolg. "Das war kein Schönheitspreis, aber Schönheit bringt heute auch keine Punkte", soll Olaf Meyer, Trainer von Varde IF, trocken gesagt haben. Recht hat er. Aarhus Fremad nimmt drei Punkte mit - und seine Zuschauer dürfen nach 90 Minuten endlich wieder normal atmen. 14.09.2026 21:19 |
Sprücheklopfer
Berti Vogts ist die arme Sau, die von den Medien durchs Dorf getrieben wird.
Rainer Calmund